Auschwitz

Aus SD de
Wechseln zu: Navigation, Suche

photo_soenke_dwenger_500057.JPG

Das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau war das größte deutsche Vernichtungslager während der Zeit des Nationalsozialismus. Es wurde 1941 drei Kilometer entfernt vom Stammlager Auschwitz I gebaut und befand sich nahe der in Auschwitz umbenannten Stadt Oświęcim.

Der Name Auschwitz wurde zum Symbol für den Holocaust. Von mehr als 5,6 Millionen ermordeten Menschen wurden etwa 1,1 Millionen Menschen, darunter eine Million Juden, in Birkenau ermordet. Etwa 900 000 der Deportierten wurden direkt nach ihrer Ankunft erschossen oder in den Gaskammern ermordet. Weitere 200 000 Menschen wurden von der SS durch Krankheit, Unterernährung, Misshandlungen, medizinische Versuche oder die spätere Vergasung ermordet. Herkunftsländer der meisten Ermordeten waren Belgien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Jugoslawien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Polen, Rumänien, Sowjetunion, Tschechoslowakei und Ungarn.

Heute sind von zwei der großen Konzentrationslager noch viele Teile erhalten bzw. originalgetreu ergänzt. Sie sind öffentlich zugänglicher Bestandteil des Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau, Gedenkstätte des Holocaust und jüdischer Friedhof auf dem Gelände der beiden ehemaligen Konzentrationslager I und II. Dieses Museum ist zugleich Gedenkstätte, internationales Begegnungs- und Holocaust-Forschungszentrum. Es wurde von der UNESCO unter dem Namen Auschwitz-Birkenau – deutsches nationalsozialistisches Konzentrations- und Vernichtungslager (1940–1945) zum Teil des Weltkulturerbes erklärt.

  • Textquelle: Wikipedia

Ich habe das Konzentrationslager im Oktober 2005 fotografiert.

  • Zur größeren Ansicht bitte auf die Fotos klicken.


"Autogramme gegen Zigaretten": Auschwitz-Kommandant Höß in Heide/Dithmarschen

Britische Soldaten bewachten den SS-Mann beim Rundgang mit zwei Äxten

Rudolf Höß wurde in Warschau zum Tode verurteilt und 1947 im KZ Auschwitz I vor dem Eingang des Krematoriums gehängt. Foto: Sönke Dwenger
  • Von Sönke Dwenger (Dithmarscher Landeszeitung, 20. Januar 2007)

Bei Kriegsende war Hans-Peter Mathiesen 16 Jahre alt. Er hatte Glück: Für die erwartete Abwehrschlacht am Nord-Ostsee-Kanal ausgebildet, kam der Heider Junge dann doch nicht mehr zum Einsatz. Aufmerksam verfolgte er im Mai 1945 den Einmarsch der Engländer in Heide. Gut zwei Jahre blieben die „Tommys“ (wie die Besatzer von den Deutschen genannt wurden) in Dithmarschen. Dann wurde das Regiment nach Osnabrück verlegt, weiß Mathiesen, weil er einen guten Draht zu den Briten hatte. Trotzdem liegen auch ihm leider keine Fotos aus der Besatzungszeit vor: „Damals hat niemand fotografiert.“

Weil Hans-Peter Mathiesen in der Heider Mittelschule (zunächst am Loher Weg, dann in der Klaus-Groth-Schule) schon während des Krieges etwas Englisch gelernt hatte, fand er Arbeit bei den Besatzern: „Wir waren eine Kolonne von vier, fünf Jungs in meinem Alter und rund zwanzig aus dem Sperrgebiet entlassene Wehrmachtsoldaten, die nicht wussten, wo sie hingehen sollten. Das waren alte Opas für uns, mit denen wir nicht viel zu tun hatten.“ Mathiesens Kolonne arbeitete in der damaligen Infanterie-Kaserne, die später zum Krankenhaus (heute Westküstenklinikum) umgebaut wurde. Dort waren rund 1000 Engländer stationiert. „Sie haben uns gut verpflegt und waren durchweg sehr nett.“

Am 11. März 1946 um 23 Uhr verhaftete die britische Militärpolizei auf einem Bauernhof in der Nähe von Handewitt bei Flensburg den SS-Obersturmbannführer und früheren Kommandanten des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau (Polen), Rudolf Höß, der nach Kriegsende mit gefälschten Papieren als Bootsmaat „Franz Lang“ untergetaucht war, bestätigt der Heider Journalist Holger Piening die Aussagen von Hans-Peter Mathiesen.

Die Engländer brachten den damals 45 Jahre alten Höß für knapp eine Woche nach Heide und sperrten ihn in der Kaserne ein. Piening schreibt in seinem Buch Westküste 1945, dass dies bereits der zweite Aufenthalt von Höß in der Kaserne war. Dort war „Bootsmaat Lang“ nämlich schon im Mai oder Juni 1945 vorzeitig aus dem Sperrgebiet entlassen worden und als „Berufslandwirt“ (tatsächlich war er in den 20er Jahren Tagelöhner gewesen) auf den Hof in Gottrupel bei Handewitt vermittelt worden. Dorthin geschickt wurde Rudolf Höß vermutlich vom Heider Arbeitsamt.

Bei seinem zweiten Aufenthalt in der Heider Kaserne (also im März 1946) habe er Höß zweimal gesehen, berichtet Mathiesen. „Er wurde bei den halbstündigen Rundgängen von zwei Engländern begleitet und mit Äxten bewacht. Wir haben es so gedeutet, dass er den Tommys keinen Schuss Pulver mehr wert war. Gefesselt haben sie ihn nicht. Er war friedlich, wirkte nicht deprimiert und hat sogar mit den Engländern diskutiert. Nach den Hof-Rundgängen – es lag noch etwas Schnee – stand er eine Weile in der Frühlingssonne und gab den Engländern gegen Zigaretten Autogramme. Wir hatten gehört, dass dieser Gefangene KZ-Kommandant gewesen sein soll; von Auschwitz wusste ich damals noch nichts“, sagt Hans-Peter Mathiesen. „Von Konzentrationslagern wusste ich nur, dass es Arbeitslager und Gefängnisse waren. Von den Vernichtungslagern habe ich erst später mitbekommen.“

Höß war verantwortlich für die Ermordung von 1,1 Millionen Juden. In Auschwitz war er von Mai 1940 bis November 1943 Lagerkommandant und von Mai bis Juli 1944 Standortältester.

Stolpersteine: Erinnerung an die Opfer des Holocaust

Verlegung in Heide (Dithmarschen) am 21. August 2005

Stolpersteine in der Friedrichstraße.
Künstler Gunter Demnig in Heide. Fotos: Sönke Dwenger
  • Bericht aus dem Nord-Ostsee-Internet-Magazin

"Die Ratsversammlung hat auf Initiative des Arbeitskreises für Widerstand und Verfolgung im nationalsozialistischen Dithmarschen in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen, zur Erinnerung an die Opfer des Holocaust Stolpersteine in die öffentlichen Gehwege in Heide zu setzen. Den Anfang machen dabei die Stolpersteine für die vier in Auschwitz ermordeten Kinder Frieda, Dagobert, Martha und Gertrude der jüdischen Familie Stillschweig vor dem ehemaligen Wohnhaus in der Friedrichstraße 4.

Die Patenschaft für einen Stein kostet 95 Euro inklusive aller entstehenden Arbeiten. Bürgermeister Ulf Stecher und Bürgervorsteher Olof Paulsen bedanken sich jetzt herzlich bei der CDU- und SPD-Ratsfraktion, Klaus und Elisabeth Steinschulte sowie den Heider Journalisten und Fotografen Sönke Dwenger und Werner Hajek für die Übernahme der ersten Patenschaften. Die Aktion Stolpersteine wurde 1992 von dem Kölner Künstler Gunter Demnig ins Leben gerufen und war ursprünglich als konzeptionelles Kunstprojekt gedacht.

Die Steine erinnern an die Mitbewohner, die in der Zeit von 1933 bis 1945 Opfer der Nationalsozialisten wurden. Name, Jahrgang und Schicksal der Personen werden dabei in ein rund 10 mal 10 cm großes Messingblech eingeschlagen, das Blech wird in Beton gegossen und danach wie ein Pflasterstein verlegt. Wer dann die Inschrift auf dem Stein lesen will, muss eine kleine Verbeugung machen und verbeugt sich damit vor dem Opfer. Die Erinnerungsarbeit vom Demnig wurde am 27. Januar 2005, dem sechzigsten Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, offiziell gewürdigt. Der Künstler wurde in Berlin mit dem Obermayer German Jewish Award ausgezeichnet. Die amerikanische Obermayer-Foundation ehrt damit das Engagement nichtjüdischer Deutscher für die Bewahrung und Erinnerung jüdischer Geschichte und jüdischen Lebens in Deutschland."